Auf ein Wort...

Willkommen Advent

advent2018

„Du bist willkommen.“ Das heißt: Ich freue mich auf dich. Ich habe dich erwartet. Ich freue mich, dich zu sehen. Ich habe dich gern.

Es ist eine bewusste Entscheidung, jemand oder etwas willkommen zu heißen. Das hat mit meinem Willen zu tun. Ich will, dass du bei mir bist. Ich will, dass du dich bei mir wohlfühlst. Ich öffne dir ganz bewusst meine Wohnung, meinen Privatbereich. Mir geht es gut, wenn wir zusammen sind. Und ich stelle mich jetzt ganz bewusst auf dich ein.

Es gibt auch andere Situationen. Manchmal fühlt man sich nicht willkommen. Wenn man nicht begrüßt wird z.B. Oder jemand neben dir wird begrüßt, du aber nicht. Es fühlt sich ganz blöd an, wenn man merkt: Die kennen sich untereinander und freuen sich, sich zu sehen. Aber ich bin kein Teil von ihnen. Ich werde nicht gesehen. Sie brauchen mich nicht. Wenn ich nicht gekommen wäre, würde ich nicht fehlen. Die anderen wären trotzdem glücklich. Und dann denken und fühlen wir: ich bin nicht willkommen. Kein gutes Gefühl. Keiner möchte das erleben.

Denn willkommen zu sein tut gut:

  • Jemand sieht dich und lächelt.
  • Jemand sieht dich und kommt auf dich zu, gibt dir die Hand, umarmt dich vielleicht sogar (wenn Du das magst, tut letzteres sehr gut).
  • Jemand sieht dich und weiß, wer du bist, und spricht dich mit deinem Namen an.
  • Jemand fragt, wie es dir geht und es interessiert in wirklich.

Wenn wir den Advent willkommen heißen, dann freuen wir uns darauf und erwarten eine gute, angenehme Zeit.

In „willkommen“ steckt auch das Wort „kommen“. D.h., jemand kommt auf mich zu. Da ist Bewegung. Jemand hat sich aufgemacht zu mir. Ich habe die Tür aufgemacht. Auch ich bin auf den anderen zugegangen.

Beide Bewegungen sind nötig, wenn es zu einer Begegnung kommen soll.

Der Advent kommt, ob ich das will oder nicht. Ob ich mich darauf freue oder nicht. Um die Zeit des Advents genießen zu können, muss ich mich selbst aufmachen und den Advent bewusst willkommen heißen.

Das Wort Advent drückt dann noch mal etwas Ähnliches aus. Advent ist lateinisch und bedeutet „Ankunft“. Und zwar eine erwartete Ankunft. Advent ist eine Wartezeit. Wir leben auf die Feier der Geburt Jesu zu. Wir feiern, dass Gott in Jesus Mensch wurde.

Advent bedeutet: Wir heißen Jesus in unserer Mitte willkommen.

Das war gar nicht so selbstverständlich:

Die Weisen aus dem Morgenland wollten Jesus willkommen heißen. Sie nahmen dafür eine weite Reise in kauf und machten Geschenke, die ihre Verehrung für dieses Kind ausdrückten. Und sie beteten es an. Sie wussten: dieses Kind ist etwas ganz Besonderes.

Die Hirten auf dem Feld ließen sich einladen, Jesus willkommen zu heißen.

Maria freute sich auf ihr Kind.

Josef musste von einem Engel erst überzeugt werden, dass er dieses Kind willkommen heißen darf und dass Maria eine von Gott besonders gesegnete und erwählte Person war.

Der König Herodes missbilligte die Geburt Jesu. Jesus störte seine Pläne. Er wollte sich ihm nicht unterordnen und Jesus anbeten. Er wollte selbst die Herrschaft behalten, selbst im Mittelpunkt stehen und bewundert werden. Er wollte Jesus weghaben und schreckte dafür auch nicht vor dem Mord von Kindern zurück.

Das Volk wiederum sehnte sich nach einem Retter. Ein fremdes Volk beherrschte ihr Land. Sie kannten die alten biblischen Schriften, in denen ein solcher Retter von Gott angekündigt wurde.

In Jesaja 60,1-3 (Gute Nachricht Bibel) steht

Der Herr sagt: »Steh auf, du trauernde Zionsstadt! Lass dein Gesicht hell strahlen, denn dein Licht kommt: Die Herrlichkeit des Herrn geht über dir auf wie die Sonne! Auf der ganzen Erde liegt Finsternis, die Völker tappen im Dunkel; doch über dir strahlt dein Gott auf, der Glanz seiner Herrlichkeit geht über dir auf. Alle Völker machen sich auf zu dem Licht, das sich über dich ergießt, und ihre Könige wollen den Glanz sehen, in dem du strahlst.

Zu der Zeit, als das geschrieben wurde, herrschten in Jerusalem Armut, Not, Bedrängnis, Trauer. Da hatte man die Hoffnung verloren, dass Menschen noch etwas zum Guten verändern könnten. Deshalb setzen die Menschen ihre Hoffnung darauf, dass Gott selbst zu seinem Volk kommt.

Und wieder gibt es hier zwei Bewegungen. Gott kommt. ER hat es versprochen. Und gleichzeitig ist da die Aufforderung: Mache dich auf. Geh IHM entgegen. Komm in Bewegung. Nimm Weihnachten nicht mit einem Achselzucken hin. Sondern sage bewusst: „Jesus, Du bist bei mir willkommen.“

Gott kommt dabei manchmal anders, als wir das erwartet hatten. Wir wünschen uns, dass unser Leben gelingt. Dass möglichst keine oder nur wenige Schwierigkeiten auftauchen. Oder dass wir zumindest leicht mit ihnen umgehen können. Wir wünschen uns Frieden - in der Familie und auch in der Welt. Wir wünschen uns gute Gemeinschaft. Wir wünschen uns finanzielle Sicherheit, usw. Wir wünschen uns oft auch keine oder zumindest möglichst wenig Veränderungen.

An der Weihnachtsgeschichte sehen wir, dass es immer Veränderung gibt, wenn Gott irgendwo ankommt. Dunkelheit wird vom Licht erfüllt. Wir kommen in Bewegung. Die Verhältnisse ändern sich: Gott kommt nicht zu den hohen Herren im Palast, sondern zu den einfachen Menschen, die nie damit gerechnet hätten. Damit stellt Gott das, was wir für wertvoll und wichtig halten, auf den Kopf. Ein unbedeutendes Mädchen, das in einer unbedeutenden Region lebt, wird von Gott auserwählt, die Mutter des Retters dieser Welt zu sein. Dadurch wird ihr Leben nicht einfacher, sondern komplizierter. Und gleichzeitig erfüllt von Freude.

Die Wünsche der Menschen erfüllen sich nicht so, wie sie es gedacht haben. Jesus schmeißt die Römer nicht aus dem Land, er richtet nicht eine weltliche Herrschaft auf. ER sagt: das Reich Gottes beginnt in dir. Und zwar dann, wenn du Jesus in dein Herz einlädst und auf ihn hörst. Das Reich Gottes breitet sich da aus, wo du dir von IHM sagen hast, wo deine Gedanken in die falsche Richtung gehen. Wo du Dinge tust, die Gott nicht gut findet. Wo du etwas nicht wertschätzt, was für Gott wichtig ist.

Willkommen Advent heißt:

Gott ist schon unterwegs zu dir. Du musst IHN nicht herbei bitten. Du musst dich nicht anstrengen, damit ER Dich sieht. ER kennt dich genau.

Sein Segen kann kann folgendermaßen fließen: Mache dich auf, heiße IHN bewusst willkommen, lade IHN in dein Herz ein. Dann wird Jesus in dir geboren. Dann bringt ER Sein Licht mit. Dann werden Veränderungen passieren, die dich einerseits verwundern und andererseits tief erfreuen werden.

Pastor Hartmut Grüger

Vernetzt im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG) in Deutschland K.d.ö.R.

Wir sind Mitglied im Bund Evangelisch Freikirchlicher Gemeinden in Deutschland K.d.ö.R.



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